Rompedia
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Kaiser Konstantin, überzeugter Förderer des Christentums im spätrömischen Reich

Geschichte

Als Rom seine Herrschaft ausweitete, verfielen die Völker nicht nur der Herrschaft dieses Reiches, sondern auch den Göttern Roms. Gegen Ende des 3. Jahrhunderts war der Kaiserkult zur eigentlichen Grundlage der Reichsordnung geworden. Einige wenige Judäer wollten jedoch davon nichts wissen. In den Augen des Kaisers war Judäa eine Provinz, deren Aufsässigkeit in keinem Verhältnis zu ihrer Bedeutung stand. Hier hatten sich die Ideen des frühen Christentums entwickelt und erste Verbreitung gefunden.

Schon im 1. Jahrhundert gab es aber auch christliche Enklaven in Ephesus in der Provinz Asia, in Korinth und Philippi in Griechenland und sogar in Rom — genug, um dem Kaiser Nero die passenden Sündenböcke für den großen Brand des Jahres 64. n. Chr. zu liefern. Ähnlich beunruhigt war Plinius von den christlichen Siedlungen, die an der Schwarzmeerküste entstanden, wo er zur Zeit Kaiser Trajans (98-117) als Statthalter lebte. Das Reich fühlte sich von den frühen Christen nicht übermäßig bedroht, solange es geeint war und optimistisch in die Zukunft blicken konnte. In der Reichskrise der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts erschien die Ablehnung des Kaiserkults jedoch in gefährlicher Weise subversiv.

Grausame, methodische Verfolgung fanden unter Decius (249-251), Valerian (257-258) und schließlich unter Diokletian (301-311) statt. Aber Märtyrer ziehen immer neue Märtyrer heran, und so hielten auch die Christen allen Versuchen zur Ausrottung stand.

Im 4. Jahrhundert hatte sich das Christentum in der römischen Gesellschaft im Ansatz festgesetzt. Kurz nachdem Konstantin I. im Jahr 313 Kaiser geworden war, verkündete er die offizielle Tolerierung des Christentums im ganzen Reich und etwa zehn Jahre später machte er es zur offiziellen Religion. Noch weiter ging dann Theodosius I. Er erklärte das Christentum im Jahr 380 zur Staatsreligion und liess alle heidnischen Tempel im Reich schliessen.

Quellen

  • R. Pfeilschifter: Die Spätantike - Der eine Gott und die vielen Herrscher, C.H. Beck-Verlag, 2014
  • Wikipedia
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